Alebrijes

Alebrijes sind typisch mexikanische Figuren, meist aus Holz, manchmal aus Pappmaché. Sie sind bunt, haben fantasievolle, meist tierähnliche Formen und es gibt sie in den verschiedensten Dimensionen, vom kleinen Deko-Artikel aus Holz bis zur überdimensionierten Pappmachéfigur, die man in Mexiko bei Straßenumzügen bewundern kann. Alebrijes sind natürlich auch ein beliebtes Urlaubssouvenir. Ihnen werden mystische Fähigkeiten zugeschrieben. So dienen sie zum Beispiel als Schutzgeist, Glücksbringer und sie sollen Alpträume von den Menschen fernhalten. Es wird erzählt, wenn nachts ein Alptraum den Weg ins Haus findet und er sieht dort ein Alebrije, verschwindet er wieder, weil er meint, dass dort bereits ein Alptraum wohnt. Aber wie entstand der Name „Alebrije“? Dieser Name wurde von Pedro Linares begründet. Er lebte von 1906 bis 1992 in Mexiko-Stadt und stellte ursprünglich Faschingsmasken und Puppen her. 1936 erkrankte er und fiel in einen Fiebertraum, in dem er seltsamen Gestalten begegnete, Mischungen aus verschiedenen Tieren, die alle das Wort „Alebrije“ riefen. Nach seiner Genesung bildete er diese Figuren aus Pappmaché nach. Berühmt wurden die Figuren dadurch, dass sich ein Galerist für die Figuren interessierte und sie durch Ausstellungen weltweit bekannt machte.

Nun werden zwar auch heute noch Alebrijes aus Pappmaché hergestellt und verkauft. Bekannter und begehrter sind jedoch die aus Holz geschnitzten Alebrijes aus der Region um Oaxaca. Eigentlich wurden in Mexiko bereits seit Jahrhunderten Holzfiguren als Spielzeug für Kinder geschnitzt, dieses Handwerk war bereits bei den Atzteken üblich. Doch das Schnitzen von Alebrijes wurde von Manuel Jiménez bekannt gemacht. Er lebte von 1919 bis 2005 in Arrazola im Bundesstaat Oaxaca und begann in den 1960er Jahren, Alebrijes zu gestalten, die kleinen Kunstwerken glichen und international berühmt und begehrt wurden. Es wird berichtet, dass sein erstes Alebrije eine Mischung aus Leguan und Drachen war, natürlich kunstvoll verziert. Einige der von Manuel Jiménez geschaffenen Alebrijes kann man im Diego Rivera Museum in Mexiko Stadt besichtigen. Heute leben in der Region Oaxaca rund 200 Familien von der Herstellung der Alebrijes, die mitunter auch einfach als figuras, monos oder animalitos bezeichnet werden. Natürlich gibt es dabei auch Qualitätsunterschiede.

Alebrijes werden traditionell aus Copal Holz hergestellt. Das Harz dieser Bäume wird übrigens auch heute noch bei Zeremonien der Indígenas verräuchert. Zum Schnitzen kann man nur das frisch geschlagene und noch nicht getrocknete Holz verwenden. Dieses ist sehr weich und kann deswegen leicht bearbeitet werden. Die geschnitzten Alebrijes trocknen in der Sonne und härten dabei aus. Sie werden hart und auch sehr leicht. Nach dem Trocknen werden die Alebrijes mit Sandpapier abgeschliffen, grundiert und anschließend sehr fantasievoll und filigran mit der Hand bemalt.

Die meisten Alebrijes, jedoch nicht alle, ähneln Tieren, wobei oft Elemente verschiedener Tiere miteinander kombiniert werden. Sehr beliebt sind Gürteltiere, Echsen, Phantasievögel und Drachen. Man findet aber auch Hasen mit überlangen Ohren, Löwen mit Hörnern oder Frösche mit Schmetterlingsflügeln. Die Figuren imponieren durch ihr ausdrucksstarkes, bizarres und nicht selten furchterregendes Aussehen. Typisch sind große Augen, spitze Zähne, Hörner, Flügel und Schwänze. Allen Alebrijes gemeinsam ist die bunte Bemalung mit leuchtenden Farben. Die Dekore sind sehr vielseitig, filigran und detailreich. Man verwendet für die Bemalung oft verschiedene Ornamente und auch Blüten.

Die Märkte für Kunsthandwerk in der Region Oaxaca bieten eine große Auswahl an Alebrijes, da diese zu den beliebtesten mexikanischen Urlaubssouvenirs gehören. Es gibt jedoch sehr große Unterschiede in Qualität und Preis. Die kleineren typischen Souvenirs werden meist in Massenfertigung hergestellt. Sie eigen sich natürlich auch gut für Dekorationszwecke, als Geschenk oder Urlaubserinnerung. Für anspruchsvollere Kunden, Sammler und Liebhaber der Alebrijes gibt es die künstlerisch wertvollen, oft auch größeren Exemplare. Diese Alebrijes sind Stück für Stück einmalig in der Gestaltung und vom Künstler handsigniert. Die Herstellung nimmt in der Regel sehr viel Zeit in Anspruch und erfordert viele Jahre handwerkliche und künstlerische Erfahrung. Auch einige weltweit anerkannte Künstler beschäftigen sich mit der Herstellung von Alebrijes, wie zum Beispiel Bertha Cruz und Jacobo Ángeles.

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